Unser Thema: Wohnen im digitalen Raum.

Kleine und große Ideen, geniale Konzepte, innovative Dienstleistungen. Smart Home kann bedeuten: Bequemlichkeit, Sicherheit und Energieeffizienz. Leider auch: Datenmissbrauch, Hacks und Probleme bei Internetstörungen.

 

Dabei hat dieser digitale Umbruch gerade erst begonnen. Ging es bis dato nur um die Steuerung einzelner Anwendungen mit dem Smartphone oder Sprachassistenten, kommt mit dem Internet der Dinge eine viel weitergreifende Entwicklung in Gang: Bald schon werden digitale Assistenten für uns einkaufen, die Kommunikation mit Handwerkern und Lieferanten übernehmen und damit auch Verträge in unserem Namen abschließen.

 

Deshalb ist Smart Home nicht einfach ein neues Produktfeld. Sondern auch eine wichtige und dringende Aufgabe für Politik, Verbände und Anbieter, die gemeinsam Standards definieren müssen. Wo stehen wir? In welche Richtung läuft die Entwicklung? Welche Visionen sind erlaubt?

Die Experten im Dialog:
Lena-Sophie Müller | Geschäftsführerin der Initiative D21 – Deutschlands größtes gemeinnütziges Netzwerk für die Digitale Gesellschaft.
 
Statement: "Das Zeitalter des sogenannten „Internet der Dinge“ hat begonnen. Heute ist vieles möglich, was vorher noch technischen Beschränkungen unterlag. Eine spannende Zeit, die aber auch unsere Aufmerksamkeit bedarf! Negative Effekte gilt es zu verhindern, gesellschaftliche und ethische Werte zu wahren. Eine ethische Einordnung ist häufig erst Ergebnis gesamtgesellschaftlicher Dialoge – diese müssen wir führen! 
 
Gesellschaftlicher Dialog basiert zu großen Teilen auf persönlichen Erfahrungen und dem öffentlichen Austausch. Dadurch entwickeln die Menschen ein digitales Bauchgefühl, das ihnen Orientierung bietet und sie durch die digitalisierte Welt navigiert. Dieses Bauchgefühl ist heute noch nicht vorhanden. Die Vorstellung einer Interaktion mit intelligenten Geräten bereitet den meisten Menschen noch Unbehagen – unabhängig von den Lebensbereichen, in denen sie damit in Kontakt kommen könnten, so zeigt es der letzte D21-Digital-Index. Umso wichtiger, dass die Digitalen Vorreiter im Lande erste Erfahrungen sammeln und darauf basierend den gesellschaftlichen Diskurs befördern können."
Dr. Julian Hueck | COO + Co-Founder von tink – die erste Vergleichs- und Beratungsplattform für Produkte, die das Zuhause smarter machen.
 
Statement: "Wir als Experte für das Thema Smart Home sehen ein sehr starken Trend zur Vernetzung des eigenen Zuhauses. Allerdings entwickeln sich die einzelnen Anwendungsbereiche und Marken sehr unterschiedlich. In unseren Beratungsgesprächen merken wir, dass das Thema Datenschutz einen wesentlichen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat. Die Hersteller mit einer vertrauensvollen Marke und klaren Datenschutzrichtlinien sind in dem noch sehr jungen Markt klar im Vorteil. Allerdings schaffen es viele Hersteller noch nicht den Schutz der Daten richtig zu kommunizieren. An dieser Stelle können wir als markenübergreifender Ansprechpartner für ein vernetztes Zuhause einen Mehrwert für den Kunden liefern.“ 
Julius PatzeltBusiness Development Manager bei Telefónica NEXT – Betreiber der Consumer
IoT Platform geeny.io.
 
Statement: "Unser Zuhause der Zukunft ist vernetzt. Smart Home Produkte werden verstärkt durch Serviceangebote ergänzt. Dies stellt Smart Home Hersteller vor die Herausforderung, mehr als „nur“ vernetzte Produkte anzubieten. Sie müssen ihr Geschäftsmodell anpassen, um Daten sinnvoll und sicher in neue Angebote für den Konsumenten zu verwandeln."
 

Michael Schidlack | Vorstand der Fokusgruppe Smart Home des Bundesverbandes 

Digitale Wirtschaft | CSO der digitalSTROM AG. 

Statement: "Ein Smart Home muss immer funktionieren und von jedermann bedienbar sein. Und es sollte sicher gegen unbefugten Zugriff von außen sein. Mit zunehmender Verbreitung kommt aber noch was anderes ins Spiel: Privacy nach innen. Während ein Smartphone ein persönliches Gerät ist, das man notfalls sperren kann, ist es beim Smart Home  häufig anders. Hierauf die richtige Antwort zu finden wird für viele Hersteller eine neue, aber sehr wichtige Herausforderung sein."