Wilmersdorfer Witwen und endlich wieder Verdi.

Zurück zur Hochkultur, bzw. zumindest zu den Wilmersdorfer Witwen in der Deutschen Oper. Die waren durchaus begeistert vom kargen Bühnenbild der Premiere von “Das Wunder der Heliane”. Erich Wolfgang Korngolds Fabel handelt von einen Propheten der das Lachen in freudlose Lande bringen will, dafür (natürlich) hingerichtet wird, aber dank der Zuwendung der Königsgemahlin aufersteht und selbst Herrscher wird. Erstaunlich freudlos und uninspiriert, aber natürlich wie immer mit fantastischen Sängern und Musikern. 

 

"Das Wunder der Heliane", Regie: Christof Loy, Premiere am 18.3.2018 Deutsche Oper Berlin, Copyright: Monika Rittershaus

 

Ein bisschen eine vertane Chance ist auch die Auseinandersetzung des Mega-Multi-Kulti Gorki-Theaters mit der “Alternative für Deutschland”. Wer es nicht weiß: Das Gorki begreift sich als Migrationstheater und arbeitet sich ohnehin ständig an der eigenen (Migrations)-Biographie ab. Was ja nicht an sich schlecht ist, aber halt auch nicht genug. Und so fehlte diesem Abend irgendwie die Bissigkeit.

 

Vielleicht sollte das Gorki mal dem “Rimini Protokoll” zusammenarbeiten? Jedenfalls zeigte die Künstler-Theatergruppe in einer Art Theater/Kunst/Immersion-Happening im Neuen Museum gekonnt wie Relevanz, Raum und Kunst eins werden können. Ausgestattet mit Kopfhörern, Ortungssender und Notizblock schicken Rimini-Prokoll die “Zuschauer” auf eine interaktive Spionage-Schnitzeljagd in klassischer Agentenfilmkulisse: dem Museum. Lehrreich ohne belehrend zu sein. Spannend und kurzweilig obendrein. Läuft leider nicht mehr - aber Rimini-Prokoll kommen sicher wieder.

 

Zum Schluss nochmal in die Staatsoper. Zu Verdi! Endlich wieder Verdi. “Falstaff”. Und endlich wieder anständiges Bühnenbild. Auch keine Inszenierung die Geschichte machen wird, aber sehr sehr anständige Unterhaltung. Großer Spaß für alle.

 

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