State of the Art.

Unser Staumelder informiert über Verzögerungen oder ruhenden Verkehr auf dem Daten-Highway. Und wo die Transformation gleich ganz auf der Strecke bleibt.

Das Back-Up von Estland wird in Luxemburg aufbewahrt. Richtig gelesen: es gibt ein Back-Up der Daten der gesamten Bevölkerung von Estland. Kein Land ist weiter vorne bei der Digitalisierung als Estland. Um nicht den Eindruck zu erwecken, es ginge hier um das (gerechtfertigte) Niedermachen der (müden) deutschen Verwaltungs-Digitalisierung oder gar um Kritik an der Arbeit (?) von Digital Doro Bär, sparen wir uns jedes kritische Wort zur Situation in Deutschland, sondern listen nur stichpunktartig auf, was in Estland Standard ist. Das kann dann jeder selbst vergleichen:

Foto: Nathaniel Shuman

Alle Esten haben eine elektronische Identitätskarte, die fast alle Behördengänge unnötig macht, Bankgeschäfte online ermöglicht, Versicherungskarte ist, Krankenakte und Fahrausweis. Die Steuererklärung ist in ein paar Minuten gemacht. In estländischen Behörden sind die Schlangen komplett ausgerottet. Selbst das Kindergeld kommt automatisch, ohne Anträge. Und falls mal Formulare ausgefüllt werden müssen, zum Beispiel für Sozialleistungen, dann passiert das sekundenschnell digital. Selbstverständlich wird ununterbrochen erfolgreich am Datenschutz gearbeitet – 2017 gab es kurzzeitig eine Bedrohung, doch durch schnelle Reaktion der Behörden konnte Schaden verhindert werden. Last, but not least: ein smartes System macht jeden estnischen Bürger zum einzigen und alleinigen Besitzer aller seiner Daten. Im Vergleich arbeitet die Verwaltung in Estland wirtschaftlicher, schneller und effektiver. Aber schauen wir lieber auf uns.

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